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15. bis 18. Mai 2018 in Leipzig
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Individueller Reha-Sonderbau stand auch auf der OTWorld 2016 wieder im Fokus: Mitten in der Ausstellung in Messehalle 3 befand sich der zentrale Anlaufpunkt für Reha-Techniker – das Technik-Forum Reha mit der Gläsernen Werkstatt. Hier wurden einzelne Produktionsschritte der individuellen Hilfsmittelfertigung live präsentiert.

Besucher hatten die Gelegenheit, erfahrenen Orthopädie-Technikern über die Schulter zu schauen und sich mit ihnen auszutauschen. Auch 2016 wurde wieder deutlich: Die Versorgung von schwerstbehinderten und kranken Menschen erfordert ein umfangreiches fachliches Know-How.

Das Technik-Forum Reha gliederte sich in 3 zentrale Bereiche:
1. DIE „GLÄSERNE WERKSTATT“
Fachkräfte hatten die Möglichkeit bei erfahrenen Kollegen zu lernen, wo die Standardversorgung aufhört und wo individueller Sonderbau beginnt. Im Mittelpunkt stand die Sitzschalenfertigung, insbesondere die Abformung und der Abdruck.

In der „Gläsernen Werkstatt“ im Technik-Forum Reha der OTWorld 2014 konnte bereits die zehnstufige Genese eines zweischaligen Spezialsitzes live verfolgt werden, die Videos hierzu finden Sie hier.
2. DIE BÜHNE
Die einzelnen Prozesse bei der Versorgung von Patienten wurden täglich live auf einer Bühne demonstriert. Dabei stellten Techniker, die durch einen Physiotherapeuten oder Arzt unterstützt wurden, moderne Konzepte anhand unterschiedlicher Patientenfälle vor.
3. DIE THEMENINSELN

Auf einer Ausstellungs- und Informationsfläche präsentierten und erläuterten Experten verschiedene Versorgungsaspekte. Folgende Themen standen im Fokus:

  • E-Rollstuhl-Sonderbau / Umfeldsteuerung mit E-Rollstuhl
  • Stehen – Stehmobilisation
  • Nicht sprachlos bleiben: Komplexe Versorgung und Kommunikationshilfsmittel im interdisziplinären Team

Schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche ohne die Fähigkeit, selbständig ihren Körper aufzurichten und zu sitzen, benötigen für den Alltag eine individuell angepasste Sitzschale, die den Körper stabilisieren und weitere Fehlbildungen verhindern soll. In der „Gläsernen Werkstatt“ im Technik-Forum Reha der OTWorld konnte die zehnstufige Genese eines solchen zweischaligen Spezialsitzes verfolgt werden: von der exakten Herstellung eines Körperabdrucks durch Vakuumtechnik, über die aufwendige Fertigung von Innen- und Außenschale, bis hin zur individuellen Lackierung, „Hochzeit“ der beiden Elemente und finalen Bearbeitung mittels Nähtechnik. Das fertige Produkt bedarf schließlich einer regelgerechten „Anprobe“ – muss es doch perfekt sitzen, wie ein Maßanzug, um seine Funktion in vollem Umfang zu erfüllen. Derartige Sitzschalen für Schwerstbehinderte können wegen ihrer individuellen Anforderungen ausschließlich von hoch spezialisierten Orthopädie-Technikern gefertigt werden – wie hoch die Ansprüche an die Perfektion des Handwerkers ist, davon konnten sich Besucher der OTWorld täglich in der Gläsernen Werkstatt überzeugen.

Ergänzend informierten vier integrierte Themeninseln über Stehmobilisation, die Lagerung schwerstbehinderter Kinder sowie postoperative Lagerung, Laufen und Orthetik. Dabei wurden zeitgemäße Geräte und Systeme präsentiert und erläutert. Ganz neu war die zentrale Bühne mit moderierten Vorführungen an jedem Messetag. Hier zeigten Techniker, Physiotherapeuten oder Ärzte authentische Live-Vorführungen.

Die Gläserne Werkstatt als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Firmen und Sanitätshäuser fand unter dem Dach des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie.Technik statt.

 

Erstmalig wurde 2012 auf rund 350 Quadratmetern eine Werkstatt errichtet, in der versierte Reha-Techniker aus ganz Deutschland den Bau von individuellen Sitzschalen demonstrierten. Denn die Versorgung von schwerst- und mehrfach behinderten Menschen stand im Mittelpunkt der Sonderschau Technik-Forum Reha, ganz unter dem Motto: Versorgung zum Anfassen.

Besucher hatten die Möglichkeit den Reha-Technikern über die Schulter zu schauen und in einen fachlichen Dialog einzutreten. Insgesamt fünf Sanitätshäuser stellten in einer Art "Gläsernen Werkstatt" dar, wie viel handwerkliches Geschick und auch menschliches Einfühlungsvermögen für die Herstellung individueller Sitzschalen erforderlich ist.

Alle Arbeitsschritte waren live zu sehen: von der Druckabnahme am Patienten über Modellerstellung, Schäumen des Inlays der Schale, Bearbeiten des Schaumpositivs, Fertigung der Außenschale, Anproben am Patienten bis hin zur Fertigung des Sitzschalenbezuges und der Endmontage auf ein Sitzschalenuntergestell.